Unterwegs im Süden Mexikos

Ein Reisebericht

Christoph Radü im Süden Mexikos

Im Mai bereiste ich Mexiko. Das zweite Mal, nachdem ich vor circa 11 Jahren schon einmal dort war.

In relativ langen Etappen via Oaxaca und San Cristobal de las Casas ging es dieses Mal nach Chetumal, von wo aus auch regelmäßig Schnellboote nach Ambergis Caye im nahen Belize verkehren. Hier wartete mein Mietwagen, um drei noch weniger besuchte Orte in Mexiko anzusteuern. Eine beinahe schnurgerade Straße führt durch den tropischen Wald und die Halbinsel Yucatán; die Monotonie wird nur von den topes (kleine Straßenbuckel, oft an Ortseingängen, um die Fahrer zu einer niedrigeren Geschwindigkeit anzuhalten) unterbrochen. Fast genau im Zentrum der Halbinsel befindet sich das Biosphärenreservat Calakmul. Dieses umfasst das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet Mexikos und reicht im Süden bis nach Guatemala. Mitten in dem riesigen 70km2 Schutzgebiet liegen die circa 6.000 Ruinen von Calakmul verteilt. Auch wenn die meisten entweder noch nicht freigelegt oder per se nicht zugänglich sind, benötigt man einen halben Tag um das mit Pfaden erschlossene Gelände mit seinen Pyramiden und Plätzen zu erkunden. Calakmul war eine Megametropole und bildete mit Tikal in Guatemala den Antagonismus der Maya-Klassik.

Weit weniger „versteckt“ liegt die Lagune von Bacalar unweit der Hauptverkehrsstraße von Chetumal nach Cancun. Manch einer mag sie bereits für das karibische Meer halten; es handelt sich jedoch um den zweitgrößten See Mexikos. Dieser ist durch den Zusammenschluss mehrerer Cenoten entstanden. Durch die unterschiedlichen Wassertiefen sowie den wechselnden Untergrund (mal Sand, mal Fels) bricht sich das Licht in den unterschiedlichsten Farben, sodass der See auch die Lagune der sieben Farben genannt wird.

Von hieraus fahre ich weiter nach Mahahual an der Costa Maya. Der kleine (ehemalige) Fischerort war einmal als regelmäßiger Anlaufpunkt von Kreuzfahrtschiffen geplant, bevor ein Hurrikan dieses Vorhaben durchkreuzte. So verirrt sich nur alle paar Tage ein einzelnes Schiff hierher und lockt die Masseure und Souvenirverkäufer auf die Uferpromenade. Wem das noch immer zu viel Trubel ist, kann sowohl südlich als auch nördlich entlang der mehr als 100km langen Küstenpiste (es handelt sich wirklich um eine Sandpiste, es gibt inzwischen aber auch eine parallele Teerstraße) ein mit Sicherheit einsames Fleckchen Karibikstrand finden (und ohne für die Übernachtung wieder nach Mahahual zurückkehren zu müssen). Das vorgelagerte mesoamerikanische Riff und das nicht einfach zu erreichende Archipel „Banco Chinchorro“ ziehen noch deutlich weniger Taucher und Schnorchler an, als die bekannten Spots an der Riviera Maya oder in Belize.

Leider sind in den letzten Jahren weniger die Schönheiten Mexikos in der Presse als vielmehr sein Kampf gegen die Drogen und Kriminalität. Seit 2006 (also kurz nach meiner 1. Reise) befindet sich das Land offiziell im Drogenkrieg. Auch mich hat dieses Thema vor der Abreise beschäftigt und ich war mir unsicher, ob und welche Auswirkungen das auf die Reise haben könnte. Um es kurz zu machen: ich hätte es unterwegs beinahe wieder vergessen. Und ich konnte auch keinen Unterschied zu meiner ersten Reise feststellen. Dem Erstreisenden werden sicherlich die mehrfachen Straßenkontrollen und „check points“ auffallen, gerade wenn man mit dem Mietwagen unterwegs ist und die Grenze zu einem anderen Bundesstaat überquert. Diese findet man aber auch in vielen anderen Ländern Lateinamerikas und stellt keine Besonderheit dar. Es besteht also kein Grund zur Panik bei einer Reise nach Mexiko; befolgt man ein paar Grundregeln wird man diese auch sicher genießen.

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