Infotour in die Südsee

Ein Reisebericht

Infotour in die Südsee von Werner Ogiolda

Klar, als ich zuhause erzählte, dass ich in den nächsten Tagen für zehn Tage nach Fiji reisen würde, erntete ich ein wissendes Lächeln ("Der hat’s gut, der arbeitet ja im Reisebüro"), andererseits hörte ich oft genug, dass die Zeit wohl arg knapp sei. Mein Einwand, dass ich vor allem eine Menge Hotels besichtigen und an Präsentationen teilnehmen würde, kam nicht sehr glaubhaft an.
Natürlich habe ich dann "trotz" der vielen Besichtigungen unzählige neue Eindrücke von Land und Leuten erhalten und meine Begeisterung für dieses Inselarchipel ist noch weiter gewachsen.

Der Inselstaat Fiji besteht aus etwa 300 Inseln, die größte heißt Viti Levu, etwa zwei Drittel der 850000 Einwohner lebt hier und verdient ihren Unterhalt vor allem mit Landwirtschaft und im touristischen Dienstleistungsgewerbe. Schon beim Anflug konnte ich sehen, dass Viti Levu sehr gebirgig ist (der Mt Victoria ist mit 1323 m der höchste Berg), trotzdem wird das Inselinnere vor allem durch die Landwirtschaft geprägt. Gerade jetzt im November standen uralte Güterzüge voller Zuckerrohrstangen auf wackligen Schienen neben den Straßen zum Transport bereit.
1874 wurde Fiji zu einer britischen Kolonie und dank der erwähnten Zuckerrohrplantagen auch sehr einträglich.

Das Problem waren eigentlich nur die Einwohner, die sich so gar nicht mit der harten Arbeit auf den Feldern anfreunden wollten. Also holte man billige und willige Gastarbeiter aus Indien. Das Geschäft florierte, die Inder blieben und sie vermehrten sich ungleich schneller als die Alteingesessenen. Mittlerweile beträgt der Anteil der Inder über 55%, da sie aber erst seit vier Jahren ein beschränktes politisches Mitspracherecht besitzen, kam es in früheren Jahren des öfteren zu Zusammenstößen zwischen den Volksgruppen. Mittlerweile scheint dieses Problem Gott sei Dank gelöst.
Eigentlich ist es fast logisch, dass die Ureinwohner und die Inder nur sehr zögerlich zusammenfinden und erst in letzter Zeit Mischehen zunehmen. Dazu sind die Inder zu strebsam, während die Fijianer keinem Fest abgeneigt sind und immer Zeit zu einem ungezwungenen Plausch finden.

Einer der größten Pluspunkte Fijis ist ihre Freundlichkeit, ihre Hilfsbereitschaft und die Freude, ihre Kultur in Tänzen und Musik Fremden näherzubringen. Dazu gehört fast unweigerlich das Trinken von Kava, einem aus einer Pfefferfrucht gewonnen Pulvers. Es wird in Wasser aufgelöst, sieht aus wie flüssiger Matsch, schmeckt grässlich und lässt die Zunge pelzig werden. Wird man zu einer Kava-Zeremonie eingeladen, setzt man sich in einen Kreis zu in Baströcken gekleideten ehemaligen Kannibalen (behaupten sie zumindest), klatscht dreimal in die Hände, trinkt, schreit "Bula", klatscht noch einmal, reicht die Holzschale weiter und heuchelt Begeisterung. Damit hat man Freunde fürs Leben gefunden.
"Bula" ist übrigens der Schlüssel für alles. Es bedeutet viel mehr als "Guten Tag", "Wie geht’s" oder "Auf unser Wohl". Gemeinsam mit "Vinaka" ("danke" in allen Varianten) lässt sich fast eine ganze Konversation führen und ist der einfache Schlüssel zu einem Palaver mit einer stetig größer werdenden Gruppe von neugierigen Fijianern.
Aber eigentlich wollte ich von den Inselgruppen der Yasawas und Mamanucas erzählen:
Viti Levu ist schön, aber der Höhepunkt meines Kurzaufenthalts waren natürlich die kleinen Inseln westlich des Festlands, wie die Einheimischen Viti Levu bezeichnen. Schon so geheimnisvoll klingende Namen wie Nanuya, Matamanoa, Malolo, Tavua, Tokiriki oder Vomo wecken Reiselust. Feinsandige Strände, herrliche Resorts in teilweise üppigen Tropenlandschaften, kristallklares Wasser in einsamen Buchten und eine faszinierende Unterwasserwelt ließen wirklich Überlegungen aufkommen, nicht doch den Kurzaufenthalt zu verlängern. Da aber mein Chef sicher gewichtige Argumente dagegen gehabt hätte, bin ich notgedrungen pünktlich mit Korean Airlines zurückgeflogen, habe den Service eines kostenlosen Stoppovers in Seoul samt Stadtrundfahrt in Anspruch genommen und bin mir sicher, irgendwann wieder einmal nach Fiji zu fliegen. Bula!

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