(Weilheim, März 2026) … dass man in Südargentinien, genauer gesagt 250 km westlich von Trelew, Fossilien des größten jemals lebenden Dinosauriers gefunden hat? Patagotitan mayorum war etwa 37 Meter lang und wog vermutlich über 60 Tonnen – so viel wie mehrere Elefanten zusammen. Der beste Ort, diese und andere Fossilien zu bestaunen, ist das Museo Paleontológico Egidio Feruglio (MEF) in Trelew. Es ist eines der führenden paläontologischen Forschungszentren Südamerikas und weltweit bekannt für seine Fossilienfunde aus der patagonischen Region, darunter einige der größten jemals entdeckten Dinosaurier.

… dass der Name Feuerland von den zahlreichen Feuern stammt, die Ferdinand Magellan bei der Fahrt durch die nach ihm benannte Passage auf der Südseite sah? Der berühmte portugiesische Seefahrer passierte die Region 1520 im Zuge seiner Weltumseglung. Schon sehr bald nach seiner Entdeckung wurde die Magellanstraße zu einer strategisch wichtigen Route für Handelsschiffe zwischen Europa und dem Pazifik, bis der Panamakanal 1914 eröffnet wurde. Die Feuer wiederum stammten von den indigenen Völkern der Region, etwa den Selk’nam und Yámana, die sich damit wärmten oder Signale gaben. Über Jahrhunderte lebten diese Völker weitgehend isoliert, bis Ende des 19. Jahrhunderts die koloniale Erschließung durch Goldfunde und Schafzucht begann. Heute sind Ushuaia (Argentinien) und Porvenir (Chile) die zentralen Siedlungen.

… dass der argentinische Teil Patagoniens zu den windigsten Regionen der Welt zählt? Zahlreiche sogenannte arboles banderas („Flaggenbäume“), deren Kronen wie eine wehende Flagge aussehen, zeugen von den konstant wehenden starken Westwinden. Böen von über 120 km/h sind keine Seltenheit, besonders in der Nähe des bekannten Cerro Torre bei El Chaltén und der offenen Steppe.

… dass der Perito Moreno Gletscher bei El Calafate einer der wenigen noch wachsenden Gletscher der Welt ist? Durch besondere lokale Bedingungen wie viel Niederschlag und seine günstige Lage im Südpatagonischen Eisfeld bleibt er stabil und rückt zeitweise sogar vor.
… dass in Südargentinien einige der größten Pinguinkolonien der Welt – besonders Magellan-Pinguine – existieren? So ist z.B. Punta Tombo Heimat von über 500.000 Magellan-Pinguinen, die hier jedes Jahr brüten. Das Gebiet beherbergt damit die größte kontinentale Kolonie des Magellanpinguins weltweit und ist eines der bekanntesten Natur- und Vogelschutzgebiete Südamerikas.
… dass der Name Patagonien wohl auch von Magellan stammt? Magellan traf in Südamerika auf die Ureinwohner – vermutlich Tehuelche. Er und seine Mannschaft waren beeindruckt von ihrer Körpergröße, die deutlich größer war als die der Europäer. Der portugiesische Kapitän Antonio Pigafetta, der die Reise begleitete, beschrieb sie als „Patagones“ – „Große Füße“ (von pata, spanisch für Fuß). Obwohl der Name „Große Füße“ bedeutet, waren die Tehuelche nicht übermenschlich groß – sie lagen mit ca. 180 cm nur über dem europäischen Durchschnitt der damaligen Zeit.
… dass die ältesten Handabdrücke der Welt in der Cueva de las Manos in der Nähe des Städtchens Perito Moreno zu finden sind? Die Höhle enthält hunderte von Handabdrücken, die zwischen 9.000 und 13.000 Jahre alt sind. Viele (fast 90%) sind linke Hände, was Forscher rätseln lässt. Archäologen vermuten, dass das Hineinsprühen der Farbe um die Hand eine Art Schutzritual oder Zeremonie war. Die rechte Hand hielt das Blasröhrchen oder wurde zum Sprühen verwendet, während die linke als Schablone an der Wand blieb. Die Höhle liegt in einem Cañadón (Schlucht), umgeben von bunten Felsen und mit vielfältigen Wandermöglichkeiten.

… dass die flächenmäßig größten versteinerten Wälder in der Provinz Santa Cruz im Süden Argentiniens liegen? Zwischen den Flüssen Río Tarde und Río Leona befindet sich ein Teil der weltgrößten zusammenhängenden versteinerten Wälder der Kreidezeit. Einige Stämme sind über 30 Meter lang und 1,5 Meter dick. Damit gehören sie zu den größten fossilen Baumstämmen der Welt, die noch an ihrem ursprünglichen Standort liegen. Trotz eines Alters von 70 Millionen Jahren kann man auf manchen Stämmen Jahresringe erkennen, mithilfe derer sich Wachstumsgeschwindigkeit und Klima der Urzeit bestimmen lassen. Durch die abgelegene Lage erlebt man die Wälder in fast unberührter Natur, weit weg von Touristenmassen. Die versteinerten Wälder von Jaramillo (ca. 300 km südlich von Comodoro Rivadavia) sind berühmt für ihre farbenprächtigen versteinerten Baumstämme. Die Versteinerung erfolgte durch Mineralisierung: Siliziumdioxid, Eisenoxide, Kupfer- und andere Mineralien. Dadurch entstehen viele unterschiedliche Farbschichten im Holz, die bis heute sichtbar sind. Deutlich einfacher zu erreichen sind die versteinerten Wälder bei Sarmiento. Allerdings stammen die Bäume, die man hier auf einem Rundweg erkunden kann, aus anderen Regionen Patagoniens und wurden einst durch (inzwischen ausgetrocknete) Flüsse hierher transportiert.
Um Südargentinien zu erkunden, bieten wir verschiedene Optionen an:
- die 20-tägige individuelle Rundreise Patagonien und Feuerland u.a. mit der Halbinsel Valdéz, Ushuaia und dem Perito Moreno Gletscher.
- die 21-tägige Mietwagenreise Südargentinien u.a. mit der Pinguinkolonie Punta Tombo, den steinernen Wäldern von Sarmiento und El Chaltén.
Zum Abschluss möchten wir Ihnen noch unseren neuen Artikel zur Fauna und Flora in Südargentinien ans Herz legen, wo Sie viele Tipps und interessante Infos zu Wildtierbeobachtungen finden.
